E Bike Tuning Methoden

Mittlerweile ist es unter E Bike Fahrern kein Geheimnis mehr, dass es inzwischen diverse effektive Möglichkeiten gibt, um Elektrofahrräder zu tunen bzw. schneller zu machen. In den meisten Fällen funktioniert dies, indem die 25 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung der Motorunterstützung aufgehoben bzw. umgangen wird. Natürlich hat E Bike Tuning den Nachteil, dass getunte Räder nicht mehr konform der Strassenverkehrsordnung sind und deshalb nicht mehr auf öffentlichen Straßen, sondern nur noch auf privatem Gelände oder zu Sport- bzw. Werbezwecken gefahren werden dürfen. Überraschenderweise kann man den Tuning Vorgang in den meisten Fällen problemlos wieder rückgängig machen...

Vielleicht gehören Sie ja auch zu denjenigen, die davon leicht genervt sind, dass Ihre Motorunterstützung schon bei 25 km/h stoppt und überlegen deshalb, sich endlich ein effektives E Bike Tuning Tool zuzulegen. Doch was für die Tuning Optionen gibt es bei Elektrofahrrädern eigentlich? Die wichtigsten E BikeTuning Methoden wollen wir Ihnen an dieser Stelle deshalb kurz präsentieren. Wir wollen nicht auf alle Produkte gleichermassen eingehen, da es sich über einen Überblick handeln soll und um kein Kompendium:

  1. E Bike Tuning per Frequenzteilung - zum Beispiel mit Hilfe eines Dongles oder der Badass Box

  2. E Bike Tuning mittels mikroprozessorgesteuerter Elektronik: ASA eSpeed, BlackPed, BluePed, SpeedChip, PearTune oder SpeedBox2

  3. E Bike Tuning über Software: JUM-Ped

  4. E Bike Tuning mittels Übervolten oder schnelldrehende Antriebe

  5. Laufradgröße bei Nabenmotor ändern

  6. Der E Bike Tuning Magnet und andere Massnahmen

 

 

1. E Bike Tuning per einfacher Frequenzteilung - zum Beispiel mit Hilfe eines Dongles oder einer Box

Als Beispiel für die Frequenzteilung nehmen wir den Sx2 Dongle (Die Alternative ist die Badassebikes Box, die hinten auf den Geschwindigkeitssensor aufgesteckt wird). Diese Tuning Methode basiert auf folgender Grundidee: Zuerst muss ein Hardwarestecker (der Dongle) an einen Kabelsatz angeschlossen werden, den der E Bike Fahrer im Motorraum verbaut hat. Dieser Kabelsatz (je nach E Bike Motor unterschiedlich) wird an den Speed Sensor des E Bikes angeschlossen. Der Dongle bewirkt daraufhin, dass die übermittelte Geschwindigkeit ab einem Tempo von ca. 20 km/h im Geschwindigkeitsmessinstrument halbiert wird, so dass die Drosselung nicht mehr ab 25 km/h, sondern erst ab doppelt so schnellen 50 km/h einsetzt – d.h., man kann mit Motorunterstützung bis zu 50 km/h schnell fahren. Zum Einbau dieser Tuning Tools sind keinerlei speziellen technischen Kenntnisse erforderlich, auch Laien sollten hierbei keine großen Probleme haben. Ein Vorteil dieser E Bike Tuning Methode ist, dass der Dongle am Geschwindigkeitssensor des E Bikes ansetzt und einfach nur aufgesteckt werden muss, so dass kein direkter Eingriff in die Motorelektronik erfolgt und alle originalen Fahrmodi erhalten bleiben. Wenn man das E Bike wieder legal im öffentlichen Straßenverkehr nutzen möchte, braucht man den Dongle einfach nur abzuziehen – schon hat das E Bike wieder seine ursprünglichen Fahreigenschaften zurück (Motorunterstützung bis 25 km/h). Tuning mittels Dongle & Frequenzteilung kommt u.a. zum Einsatz bei E Bike Mittelmotoren von Bosch, Impulse, Brose, Yamaha und Panasonic (neuerdings sogar bei Conti und Shimano Antrieben).

Gute Beispiele für effektive Pedelec Tuning Tools, die mittels Frequenzteilung funktionieren, sind das „Sx2 Tuning Dongle“ oder die „Badassebikes Chiptuning Box“ – all diese, auf Frequenzteilung basierenden E Bike Tuning Tools können Sie in diversen Shops (   EBikeTuningShop.com oder   EBikeTuning.com) bestellen. Beachten Sie bitte, dass Ihnen bei diesen Tools ab einem Tempo von etwa 20 km/h nur die Hälfte der tatsächlichen Geschwindigkeit angezeigt wird.

Tipp: Dieses Problem können Sie mit diversen anderen Tuning Produkten umgehen – bei diesem Tunings wird dank einer speziellen Mikroelektronik immer das tatsächlich gefahrene Tempo angezeigt (siehe Punkt 2).

  Sx2 Dongle

  Badass Box V3.4

Bitte beachten Sie: Das durch das Tuning Herstellergarantie verfallen, bei S-Pedelecs eine etwaige Betriebserlaubnis erlischt und das die E Bikes gegebenenfalls nur für Sport- und Werbezwecke eingesetzt werden dürfen (außerhalb der Strassenverkehrsordnung).

2. E Bike Tuning mittels mikroprozessorgesteuerter Elektronik: ASA eSpeed, BlackPed, PearTune, SpeedChip oder SpeedBox2

Beim „ASA eSpeed“ Tuning Tool für Bosch Motoren und dem BlackPed für Bosch und Yamaha Motoren handelt es sich im Prinzip um jeweils neuere Methoden. Arbeitet im Hintergrund eine Frequenzteilung, so werden im Vordergrund (Display vom E Bike bzw. Smartphone) korrekte Werte angezeigt. Damit wird die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben, so dass im Prinzip beliebige Geschwindigkeiten erreicht werden können. Das ASA eSPEED Modul, das SpeedChip Modul, PearTune, SpeedBox2 oder das BlackPed Modul kommen ohne Dongle aus und sind nach dem Einbau quasi unsichtbar. Die Bedienung und Aktivierung erfolgt bei ASA eSpeed über die Bedieneinheit des HMI, beim BlackPed über eine App, beim SpeedChip über den PC. Bei einigen Lösungen stehen jeweilige benutzerspezifische Einstellungen zur Verfügung, die die Funktionalität steuern. So kann z.B. beim ASA eSpeed festgelegt werden, dass das Tuning erst nach einer Codeeingabe aktiviert wird. Beim BlackPed kann darüberhinaus u.a. der Teiler, sowie das Einsetzen des Tunings eingestellt werden. Ähnliche Optionen bietet das SpeedChip. Das E Bike kann jederzeit problemlos in den StVO konformen Zustand zurückversetzt werden.

  ASA eSpeed

  BlackPed

  PearTune

  SpeedBox2

  SpeedChip

Bitte beachten Sie: Das durch das Tuning die Herstellergarantie verfällt, bei S-Pedelecs eine etwaige Betriebserlaubnis erlischt und das die E Bikes gegebenenfalls generell nur für Sport- und Werbezwecke eingesetzt werden dürfen (außerhalb der Strassenverkehrsordnung).

3. E Bike Tuning über Software: JUM-Ped

Das JUM-Ped für BionX ist ein hocheffektives Tuning Tool, mit dem Sie die 25 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung von BionX Antrieben ab 2009 aufheben und manuell höher setzen können (Neuerdings gibt es auch eine Variante für RC3 Controller). Zur Bedienung dient das JUM-Ped Gerät, über dessen Tastatur Sie die gewünschte Höchstgeschwindigkeit selbst eingeben können – Sie können dabei einen Wert zwischen 1 und 70 km/h angeben (das tatsächlich erreichbare Tempo ist immer abhängig von der Leistungsfähigkeit des Systems). Alternativ können Sie auch einen voreingestellten Wert eingeben (25, 25, 45, 55 oder 65 km/h). Das JUM-Ped wird ganz einfach zwischen Akku und Konsole angeschlossen, woraufhin das Tuning Tool direkt in die Programmierung des Systems eingreift. Nach dem Tuning ziehen Sie das Tool einfach wieder ab – das JUM-Ped verbleibt also nicht direkt an Ihrem E Bike. Selbstverständlich kann das Tuning auf demselben Wege jederzeit wieder rückgängig gemacht werden. Ein großer Vorteil des JUM-Ped ist, dass keinerlei zusätzlichen Bauteile am E Bike verbaut werden müssen.

Wichtig: Neuerdings gibt es das JUM-Ped auch für Bosch Classic Line Motoren und BionX RC3 Controller ! Diese JUM-Ped Versionen haben andere Einstellungsmöglichkeiten !

  JUM-Ped

Bitte beachten Sie: Das durch das Tuning Herstellergarantie verfallen, bei S-Pedelecs eine etwaige Betriebserlaubnis erlischt und das die E Bikes gegebenenfalls nur für Sport- und Werbezwecke eingesetzt werden dürfen (außerhalb der Strassenverkehrsordnung).

4. E Bike Tuning mittels Übervolten oder schnelldrehende Antriebe

Eine weitere Methode zum Pedelec Tuning besteht im Anlegen einer höheren Spannung („Übervolten“) – diese Möglichkeit kommt insbesondere bei E Bike Nachrüstsätzen zum Einsatz. Generell kann Übervolten bei allen Antriebssystemen angewendet werden, bei denen sich die Motorumdrehungen pro Minute proportional zur Spannung (in Volt) verhalten. In der Regel werden 36V Antriebsmotoren durch einen 48V Akku mit Strom versorgt (bei Panasonic geht angeblich auch ein Übervolten mit 36V Akkus auf 26V Motoren). Deshalb lässt sich durch dieses Verfahren die Maximalgeschwindigkeit um rund ein Drittel steigern, wobei auch das Drehmoment um ein Drittel gesteigert wird, was zu einer besseren Leistung bei Steigungen führt. Beim Übervolten muss man stets im Hinterkopf behalten, dass ein zu kleiner Motor den höheren Belastungen eventuell nicht standhält und erheblichen Schaden nehmen kann, z.B. eine Verkohlung des Motorkerns. Gerade kleine 3kg Motoren haben sich in der Praxis als ungeeignet für Tuning mittels Übervolten erwiesen, da sie zu schnell überhitzen.

Beachten Sie bitte: Wir raten von einem Übervolten ausdrücklich ab.

5. Laufradgröße bei Nabenmotor ändern

Eine andere Pedelec Tuning Methode besteht darin, einen E Bike Radnabenmotor zu verwenden, der eigentlich für eine kleinere Felge vorgesehen ist. Hierzu muss man wissen, dass Nabenmotoren eine durch die Kupferwicklungen bestimmte Drehzahl haben, welche zusammen mit der jeweiligen Felgengröße und der Nennspannung eine Geschwindigkeit von 25 km/h erreichen. Das ist nur möglich, weil (z.B.) für 20“ Räder gewickelte Antriebe wesentlich schneller drehen als für 28“ Räder gewickelte Motoren. Das Drehmoment ist umso geringer, desto höher das Tempo ist. Bei dieser Tuning Variante gibt es sogar eine gegenläufige Methode, bei der man statt der Höchstgeschwindigkeit das Drehmoment für einen Antrieb tunt, so dass er besonders kräftig bei Steigungen am Berg ist. Dies ist möglich, indem man eine Wicklung für eine geringere Drehzahl kombiniert mit 48V Spannung, so dass die Geschwindigkeit beibehalten wird (im Prinzip lassen sich beliebige Zollgrößen von Motor und Laufrad miteinander kombinieren, beispielsweise ein 16“ Motor und eine 28“ Felge). Aber auch bei der Tuning Methode per schnelldrehenden Motoren kann das System aufgrund der höheren Belastungen Schaden nehmen. Generell kann man sagen, dass die Lebensdauer des Antriebs sinkt, desto größer die Differenz von Motorgröße und Laufradgröße ist.

Beachten Sie bitte: Wir raten vom Ändern der Laufradgrößen ab.

Ausnahme: Der Brose Motor für Specialized Turbo Levo E Bike wird per App gesteuert. Hier kann man durch einen Bluetooth Hack die Laufradgröße ändern und somit die maximale Motorunterstützung beeinflussen. Mit der oben beschriebenen Änderung der Laufradgröße hat das aber nichts zu tun.

Siehe: Der Bluetooth Hack im E Bike Tuning Blog

6. Der E Bike Tuning Magnet und andere Massnahmen

Die Vorgehensweise ist hier folgende: A) Den Speedsensor an der Außenseite mit Kabelbindern festbinden und B) am Tretlager der Pedale einen Magnet anbringen. Die Lösung wird auch häufig als „E Bike Tuning für 1 Euro“ angeboten. Das Problem hierbei: Häufig entstehen hier Fehler, da das E Bike so schlau ist "Trittfrequenz gleich Reifenumdrehung" zu identifizieren. Wie ist das zu bewerten ? Bei einigen Systemen wird eine Motorabschaltung provoziert. Bei anderen muß anschließend ein Batterie Reset zusätzlich durchgeführt werden. Bei Bosch Systemen erscheint häufig der Fehlercode „503“. Bei Bosch Systemen scheinen nur älteste Softwareversionen zu funktionieren, die eigentlich geupdatet werden sollten. Bei Full Suspension E Bikes ist es darüberhinaus von vornherein unmöglich, da die Magnetposition aufgrund des Federwegs variiert.

Vorsicht: Überteuerte Magneten werden bei eBay und im Internet angeboten.

Welche Möglichkeiten gibt es noch ? Bei Yamaha Motoren kann man sich solche Massnahmen sparen und notfalls mit einem Kabelbinder das Sensorkabel stramm ziehen. Dadurch springt die Geschwindigkeitsanzeige auf 0, der Motor geht aber weiter... eine gewisse Zeit, bis er sich selber abschaltet oder das Sensorkabel reißt.

Beachten Sie bitte: Sie können es auf eigene Gefahr ausprobieren. Im Endeffekt werden Sie zu einem unzufriedenen Ergebnis kommen...

Lesen Sie weiter:   Der E Bike Tuning Vergleich